«Was ihr nicht tut mit Lust, gedeiht euch nicht.»
William Shakespeare
Susannes Tipp
Obwohl allgemein viel über Gewürzkräuter bekannt ist, kommt es immer wieder zu Verwechslungen und Missverständnissen. Selbst viele Journalisten wissen Elementares nicht, weshalb auch beim Publikum Wissensfortschritte ausbleiben. Hier ein paar Beispiele, was zu unterscheiden ist:
Oregano: Origanum vulgare 'Compactum'
Oregano, das klassische Pizza-Gewürz, ist ein nur etwa 10 cm hoher, kreisrund wachsender Halbstrauch. Zu vermehren ist er ausschliesslich vegetatif, d.h. mit Stecklingen. Nicht zu verwechseln ist der echte Oregano mit der bei uns wild wachsenden oder auch von Gärtnereien angebotenen Art, die auch als Wintermajoran oder Dost bezeichnet wird. Sie wächst üppiger , hat viel weniger Aroma und ist eigentlich nur als Wildstaude für Bienen und Schmetterlinge zu gebrauchen. Blätter des echten Oreganos können ohne viel Aromaverlust getrocknet und bis zur neuen Ernte verwendet werden.
Majoran: Majorana hortensis, syn. Origanum majorana
Französischer Majoran - mein Lieblingskraut - ist nicht zu verwechseln mit Wintermajoran (Origanum vulgare, s. oben). Obwohl französischer Majoran nur einjährig ist, lohnt sich sein Anbau unbedingt wegen seines unvergleichlichen Aromas. Die Pflanzen lieben viel Sonnenschein und wachsen bis zu etwa 30 cm hohen Büschen heran Das Kraut wird frisch geschnitten oder getrocknet verwendet und passt besonders gut zu Kartoffeln, grünen Spargeln, Kefen, Zuchetti, Coquilles Saint Jacques, Poulet. Als Hauptgewürz nur mit Pfeffer und Salz verwenden. Ab Anfang Mai direkt ins Freie pflanzen, massvoll wässern.
Estragon: Artemisia dracunculus
Echter französischer Estragon wird - im Gegensatz zum geschmacklosen und für die Küche wertlosen russischen Estragon - höchstens 1m hoch. Er stammt ursprünglich aus Südostasien, ist mehrjährig und kann nur vegetativ durch Stockteilung vermehrt werden. Seine Blätter schmecken angenehm erfrischend herb mit einem Hauch von Pfeffer und Anis. Sie enthalten ätherisches Öl, Enzyme, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Mineralstoffe, Vitamine und als Besonderheit Jod. Die Wirkung ist appetitanregend und verdauungsfördernd. Estragon wird vor allem in der französischen Küche geschätzt für helles Fleisch, Kräuterbutter, Sauce Béarnaise, Quark, Senf, Essig und zu Salat.
